LaPaDu: Rundgang durchs stillgelegte Eisenwerk

Wenn es Orte gibt, die mich auch nur annähernd so sehr interessieren, wie botanische Gärten, sind dies Industrieanlagen, insbesondere Eisenwerke mit ihren imposanten Hochofenanlagen. Die Faszination für solche Anlagen ist ähnlich tief in mir verwurzelt, wie die Affinität zur Botanik; Schon als Kind fand ich den Prozess der Verhüttung imposant und lauschte immer wieder gern den Erzählungen meines Onkels, der lange Jahre in einem solchen Werk in Gelsenkirchen arbeitete.

Leider hat man nur selten die Möglichkeit, ein solches Werk zu besichtigen. Diejenigen, die tatsächlich noch brodeln, zischen und kochen kann man ohne Genehmigung nur von außen betrachten. Zwar hatte ich das Glück im Oktober mir diesen Traum erfüllen zu können und einen Hochofenabstich aus direkter Nähe zu erleben, doch leider hatte ich meine Kameraausrüstung nicht dabei.

Nur wenige Meter neben mir, floß das flüssige Eisen zischend durch Sandrinnen und begab sich lavaartig durch ein verzweigtes Kanalsystem in Richtung Kokille. Die Funken flogen über meinen Kopf hinweg und die Hitze drang durch meine Kleidung wie tausend Nadelstiche. Wahrscheinlich waren es die Euphorie und das Adrenalin, die mir die Situation dennoch nicht unangenehm erschienen ließen.

Natürlich gebe ich alles, einen solchen Abstich einmal fotografieren zu dürfen. Leider sind die Betriebe hier sehr streng, was die Veröffentlichung solcher Bilder angeht.

Zwar nicht mehr aktiv, jedoch nicht weniger spannend ist das ehemalige Thyssenstahlwerk in Duisburg-Meiderich, welches nun als Landschaftspark Nord ein öffentlicher Park der ganz besonderen Art ist. Entgegen des Abrisswahns, wurde die Anlage nach ihrer Stilllegung im Jahre 1985 nahezu komplett erhalten und ist mittlerweile ein überregional bekanntes Ausflugsziel. Durch eben diesen Zustand wirkt die Anlage immer noch authentisch und man kann förmlich noch die brennenden Öfen riechen.

Durch diverse Lichtinstallation wird die Anlage in den Abendstunden surreal illuminiert und gewinnt einen mystischen Hauch – ein Eldorado für Fotobegeisterte.

Die jeweiligen Bild-Parameter sind den EXIF-Daten der Bilder zu entnehmen. Meist handelt es sich um Belichtungszeiten zwischen 15 und 30 Sekunden. Leider sind die Bilder, die ich direkt vom Hochofen 5 aus geschossen habe, etwas unscharf. Der Grund ist banal: es war stürmisch. Nicht nur das Stativ hatte Probleme, dem Wind zu trotzden, auch der gesamte, 70m hohe, Ofen schwankte kaum merklich, was sich jedoch bei einer dreißigsekündigen Langzeitbelichtung leider doch teils mehr oder minder stark bemerkbar machte.

Da ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich die Bilder farbig oder in schwarzweiß haben wollte, entschied ich mich, beides zu probieren. Die farbigen Bilder geben die surreale Atmosphäre der Anlage im heutigen Zustand wider, wobei die Schwarzweißbilder viel mehr die Anlage als Relikt der Schwerindustrie in den Vordergrund stellen.

Das gleiche Set in s/w:

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