Kameratasche: Canon Professional Gadget Bag 1EG vs. Canon Custom Gadget Bag 100EG

Viele Fotografieneulinge kennen diese Thematik: Beim Kauf der ersten Spiegelreflexkamera greift man meist auf gut Glück zu der erstbesten und optimalerweise günstigsten Kameratasche, die sich in den benachbarten Regalen beim Händler befindet. Der Grund, warum man hier oftmals Kompromisse eingeht ist simpel: Einerseits will man seine neu erworbene Kamera natürlich auch unterwegs schützen, aber anderseits will man – angesichts der just ausgegebenen großen Summe – nun nicht mehr all zu viel Geld in eine Tasche investieren.

Angesichts des Kaufpreises einer DSLR sind die dazugehörigen Taschen Peanuts und so rechnet man insgeheim eh damit, im Laufe der nächsten Monate verschiedene Modelle zu kaufen. So ist es ganz normal, Anfangs mit einer kleinen Tasche zu beginnen, die vielleicht nur acht Wochen genutzt wird.

Taschen sind ein wichtiges Zubehör, doch gerade in der Anfangszeit sollte man nicht in zu großen Schritten denken. Wichtig ist lediglich, dass sie für den Moment ihre Zwecke erfüllt. Wer kann beim Kauf der Kamera schon sagen, wie groß das Equipment in einigen Monaten ist? Und was bringt ein voreilig gekaufter Fotorucksack oder eine große Fototasche, wenn die Ausstattung nicht über zwei Objektive hinauswachsen wird?

Meine erste Fototasche, die ich direkt mit meiner Kamera kaufte, war eine kleine simple Tasche von Tamron, die lediglich den Body samt Kit-Objektiv und ein paar Speicherkarten aufnehmen konnte. Während der ersten Wochen war dies völlig akzeptabel, doch als der Kameragriff und das zweite Objektiv die Ausstattung erweiterten, geriet die Tasche schnell an ihre Grenzen.

Da ich eh mit Canon unterwegs bin und gern den roten Faden in meinem Equipment sehe, entschied ich mich für eine Kameratasche von Canon, die für mein Zubehör zu diesem Zeitpunkt völlig ausreichend war. Doch auch die Canon Custom Gadget Bag 100EG  wurde recht schnell durch das größere Modell 1EG Professional Gadget Bag ersetzt – oder besser gesagt: ergänzt.

Canon Custom Gadget Bag 100EG

Ähnlich wie bei den Kameras geben die Zahlen Auskunft über die Größe der Taschen. Während bei Canon die dreistellige Ziffer die kleineren Modelle bezeichnet, sind die zwei- und einstelligen Modelle deutlich umfangreicher. Die kleinste Tasche der EG-Serie ist die Canon Custom Gadget Bag 100EG . Eine kleine und kompakte Tasche, die einen mittelgroßen Body mit aufgesetztem Kit-Objektiv und ein größeres 250er Telezoom (oder einen Blitz) aufnehmen kann. Über Klettverschlüsse lassen sich die Innenfächer variabel aufteilen. Zusätzlich ist noch eine Fronttasche für Kleinkram wie Speicherkarten, Kabelauslöser, etc. vorhanden. Eine Netztasche im Deckel nimmt ebenfalls Speicherkarten oder anderes, kleines Zubehör auf.

Ihr Nachteil ist natürlich auch ihr großer Vorteil: die Tasche ist klein und kompakt. Einerseits nimmt sie nicht sonderlich viel Zubehör auf, doch ist sie leicht, handlich und stört auch bei längeren Touren nicht, wenn man sie diagonal überm Rücken trägt. Man muss sich halt vor der Tour im Klaren sein, welche Objektive man benötigt. Ist man sich da bereits im Vorfeld sicher, kann man die Tasche nach eigenen Wünschen optimal packen.

Sobald das Equipment allerdings über zwei Objektive hinauswächst und auch anderes Zubehör wie Makroringe, vielleicht ein Blitz und mehrere Filter hinzukommt. Stellt man sich jedoch die Frage, wie man das Zubehör optimal aufbewahrt und im Idealfalle komplett transportiert. Die kleine Canontasche ist dafür logischerweise nicht geeignet. Ich improvisierte einige Zeit mit Kunststoffboxen von Ikea, doch flog das Zubehör hier wahllos durcheinander. Eine absolut chaotische Methode, die ich meinem Equipment nicht länger antun wollte.

Schlussendlich legte ich mir das größte Modell der aktuellen Taschenserie von Canon zu. Ursprünglich sollte sie das kleinere Modell komplett ersetzen, doch viel mehr ergänzen sich beide nun optimal.

Canon Professional Gadget Bag 1EG

Der große Vorteil der 1EG gegenüber der 100EG ist ihr Volumen. Von der Grundfläche umfasst sie knapp das Dreifache ihrer kleinen Schwester und bietet somit auch noch ausreichend Platz für zukünftige Anschaffungen eines versierten Fotografielaien mit Ambitionen zur Steigerung. Wie auch bei ihrem kleinen Schwestermodell, lassen sich die Fächer der 1EG individuell variieren. Im Auslieferungszustand findet man ein großes Fach für eine DSLR mit aufgesetztem, kürzerem Objektiv und sechs kleinere Fächer für Objektive, Blitze o.Ä. Laut Herstellerinformation soll die Tasche 1-2 Bodys und bis zu 10 Objektive aufnehmen können. Die Angabe ist allerdings mehr als weltfremd und alles andere als praxisgerecht. Gut fährt man mit einem Body mit kurzem Objektiv (50mm oder 18-55mm z.B.) sowie 4 weiteren Objektiven und etwas Kleinkram.

Bei knapp einem halben Meter Länge ist die Tasche allerdings ein ordentlicher Brocken. Lässig überm Rücken schwingen, wie es bei der 100EG möglich ist, kann man aus ergonomischen Gründen bei der 1EG vergessen. Auch Urbextouren, bei denen man flink und flexibel agieren muss sind nicht unbedingt das optimale Einsatzgebiet für die 1EG. Dafür hat man jedoch alles beisammen und kann bei Naturaufnahmen auf sein gesamtes Equipment zurückgreifen und in aller Ruhe das passende Objektiv wählen. Als besonderes Highlight bietet die Tasche zwei abnehmbare Etuis im Deckel, die ebenfalls Kleinkram, sowie ein Handbuch aufnehmen können. Zusätzlich finden sich am Boden der Tasche Schlaufen, um beispielsweise ein Stativ daran zu befestigen.

Für die Aufbewahrung und den Transport aller Gerätschaften sicherlich State-of-the-art, doch fällt man mit dieser Tasche auf und outet sich auf den ersten Blick bereits als Knipser – In vielen Situationen sicher nicht unbedingt erwünscht. Von daher sehe ich diese Tasche nicht als Nachfolgerin meiner 100EG, sondern viel mehr als Ergänzung. Sobald man weiß, welche Objektive man benötigt, macht es mehr Sinn, die kleinere Tasche im Vorfeld entsprechend zu bestücken und diese mit auf die Tour zu nehmen.

Die 1EG ist super verarbeitet, bietet massig Stauraum und Schutz für die empfindliche Ausrüstung, doch ist sie in manchen Situationen einfach overdressed. Ideal ergänzt sie sich mit der kleinsten Tasche aus der gleichen Serie.

1 Antwort

  1. 17. Juni 2016

    […] ich in den letzten 12 Monaten nun drei Fototaschen nutzte und in allen erdenklichen Situationen mit mir herumschleppte, stellte ich fest, dass die […]

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