DIY: Tausch der Blende an EF-S 17-85mm

Moderne Objektive sind viel mehr, als optische Geräte. In ihnen arbeiten Mikroprozessoren und elektromechanische Bauteile, deren Komplexität sich einem Laien meist nur schwer erklären lässt. Durch die Vielzahl an Komponenten bietet sich hier eine besondere Angriffsfläche für Defekte und Fehlfunktionen. Während die Mechanik eines manuellen Objektives meist nur etwas Reinigung und Schmierfett benötigt, ist die Lebenszeit von elektronischen Bauteilen limitiert. Besonders hauchdünne Flachbandkabel, Flexkabel, sind in Zoomobjektiven ständiger Bewegung ausgesetzt und gelten somit als Verschleißteile, deren Ableben unumgänglich ist.

Manche Objektive sind häufiger, andere weniger von diversen Ausfallsymptomen betroffen. Mit dem EF-S 17-85mm hat Canon jedoch vor rund zehn Jahren ein Objektiv auf den Markt gebracht, das seit langer Zeit für seine plötzlichen Aussetzer der Blendensteuerung bekannt ist; Über Jahre funktioniert das Objektiv tadellos und dann, urplötzlich, kommt beim Abblenden nur noch ein Error 001 – Verbindung zum Objektiv kontrollieren.

Für viele ist dies das unvermeidbare Ende des Objektivs, doch bieten mittlerweile viele Anbieter Reparaturen dieser Art – meist zum Pauschalpreis – an.

Für Elektronikbastler ist dieses Procedre jedoch relativ leicht selbst zu erledigen, wenn man die entsprechenden Ersatzteile und nötige Zeit zur Verfügung hat.

Als der Fehler bei meinem Objektiv auftrat, studierte ich Videoanleitungen auf Youtube, eh ich mich zum ersten Mal ans Zerlegen des Objektivs machte. Als Fehlerquelle kam nur das Flexkabel zur Blendeneinheit infrage. Schritt für Schritt entfernte ich Komponente um Komponente und arbeitete mich bis zum Herzen der Optik vor, eh ich ein neues Kabel anlötete und das Objektiv wieder zusammensetzte. Nach rund fünf Stunden konnte ich endlich die Früchte meiner Arbeit ernten und schloss das Objektiv an einer Kamera an.

Doch die Arbeit war vergebens.. Auch wenn ich sämtliche betroffene Bauteile mit dem Durchgangsprüfer checkte, war zum Schluss dennoch eine Unterbrechung im Stromkreis vorhanden. Das Ergebnis: der Fehler trat weiterhin auf. Der Verdacht fiel auf ein bereits defektes Ersatzkabel, das ich als einziges Bauteil nicht prüfte.

Auch wenn ich in weiser Voraussicht gleich eine handvoll dieser Kabel bestellte, hatte ich schlicht und einfach keinen Bock mehr, ein anderes Kabel anzulöten

Schlussendlich bestellte ich mir aus Bequemlichkeit eine komplette Blendeneinheit aus Fernost, die ich als Ganzes einbauen konnte. Durch die Erfahrungen, die ich beim ersten Zerlegen sammelte, konnte ich die Zeit, bis ich zum Corpus delicti vorangeschritten war, auf wenige Minuten reduzieren. Der Einbau erfolgte in bewährter Methodik und der finale Zusammenbau ließ sich ohne Kopfzerbrechen praktizieren. Zum Glück!

Den Reinfall des ersten Reparaturversuchs noch im Hinterkopf, teste ich das Objektiv, blendete ab.. und jegliche Fehlermeldungen waren eliminiert.

Immerhin: Für effektiv 13Eur für die neue Blende (aber dafür um so mehr investierte Zeit), funktioniert das Objektiv nun wieder tadellos. Ob die Eigeninitiative bei der Reparatur eines Objektives jedoch lohnenswert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Objektiv ist kein Radio, in dem man eben einen Elko tauscht. Neben der Elektronik ist die Mechanik der Knackpunkt, der einem ordentlich den Kopf rauchen lassen kann. Dutzende Schrauben, Abstandshalter, Gewinde, Bauteile, die ineinandergreifen und natürlich Linsen, die ab Werk perfekt aufeinander justiert sind..  Ein Zoomobjektiv ist eine Sache für sich und man muss sich bewusst sein, dass man je nach Modell sehr schnell einen sehr großen Schaden anrichten kann.

aus diesem Grund sind sämtliche Angaben in diesem Artikel ohne Gewähr!

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.