Industriefotografie – schon wieder eine Absage.

Zischen, Rohrleitungen, Brummen, Gerüche.. Industrie ist einfach faszinierend! Seit knapp einem Jahr schon schreibe ich regelmäßig Betriebe an, um nur eine Chance zu erhalten, Industrieanlagen nahe sein zu können und diese fotografisch einzufangen. Leider war die Ausbeute an Antworten mager – und die wenigen Antworten, die ich erhielt waren allesamt Absagen. Mal mehr, mal weniger freundlich, mal verständnissvoll, mal zurechtweisend.

Nachdem ich im Februar die Gelegenheit hatte, als Teil einer Gruppe offiziell in einem aktiven Steinkohlekraftwerk fotografieren zu dürfen und Einblicke erhielt, die vielen anderen in diesem Umfang nicht gewährt werden, wurde für mich ein Kindheitstraum wahr – Facebook sei dank!

Turbine und Generator, Block F.

Etwas zu euphorisiert wandte ich mich kurz nach diesem Ausflug an die Steag und versuchte auch hier mein Glück. Ich erhielt sogar eine lange und freundlich Antwort mit der Bitte, mich zu gedulden, da das Anliegen weitergeleitet wurde. Nach dieser Aussage sah ich mich im Geiste schon zwischen den nächsten Turbinen stehen, doch die Zeit strich dahin und die Antwort blieb aus. Nach einigen Wochen entschied ich mich mit zitternden Händen, zu hinterfragen und bat um Antwort. Abermals wurde mir zugesagt, man würde sich melden. Wieder fasste ich Mut und wartete. Doch wieder keine Reaktion. Ich meldete mich abermals und… täglich grüßt das Murmeltier. Der Emailverkehr fand nun knapp drei Monate nach diesem Schema statt. Immer wieder vergingen Wochen und ich schaute täglich mehrmals voller Hoffnung in meinem Postfach nach. Nichts. Gestern war wieder einer der Tage, an denen ich mich entschied, abermals nachzufragen.

Und tatsächlich hatte ich Montagmorgen eine Email im Postfach. Absender: Steag. Ich traute mich kaum, diese Mail zu öffnen. Mittlerweile habe ich mich so sehr in diese Sache hineingesteigert, dass ich schon weiche Knie bekam, als ich nur den Absender sah. Ich musste mich selber zur Vernunft rufen: Ich habe mich nicht auf einen Job beworben, sondern fragte lediglich nach einer Möglichkeit, Anlagen fotografieren zu dürfen.

Mittlerweile schwand meine Hoffnung immer weiter, doch hoffte ich insgeheim immer noch, dass mein neuerlicher Wink mit dem Zaunpfahl zum unlängst stillgelegten Kraftwerk Voerde, vielleicht doch irgendwelche Hebel in Bewegung setzen könnte.

Doch… Um es kurz zu fassen: nach 12 Wochen Emailverkehr wurde mir nun doch die Absage erteilt, die ich schon in der allerersten Email erwartete.

Ich bin komischerweise nicht so sehr enttäuscht, wie bei meiner Anfrage bei thyssenkrupp im letzten Jahr. Meine Herangehensweise hat sich geändert und so habe ich mittlerweile jegliche Hoffnung auf positive Resonanz verdrängt oder gar verloren.

Die Erklärung war plausibel: Zu wenig Mitarbeiter an den Standorten, um eine Gruppe zu führen/beaufsichtigen. Ehrlich und direkt, so ist es mir lieber, als patzige Reaktionen auf eine Anfrage, deren Ernsthaftigkeit sich manchen Menschen leider nicht erschließt.

Ich bin langsam am Ende mit meinem Latein. Aufgeben oder sich weiter die Zähne ausbeißen? Was muss noch alles geschehen, um eine solche Möglichkeit zu erhalten?

Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, dass nur firmeneigene Fotografen die Betriebe fotografieren dürfen. Doch all die Industriefotografiegruppen und Foren sprechen eine andere Sprache.. leider will die eingeschworene Gesellschaft unter sich bleiben und reagiert ähnlich abweisend auf Anfragen, wie die Betriebe selbst – und genau das ist es, was mich mittlerweile zum Verzweifeln bringt.

Es muss doch irgendeinen Weg geben?!

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